Welpenblues? WIR doch nicht!

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Ich beginne jeden Morgen im Büro mit: „Guten Morgen, ich bin ja sooooo müde!“ Und bin ja sooo froh, solche Kolleginnen und Chefs zu haben.

Wir stellen nach 3 Wochen also fest: Er ist ein kleiner Krawallkopf. Keine Frage.

Allerdings ist auch viel passiert.

Nachdem er ja die ersten 2-3 Nächste eigentlich ganz gut geschlafen hat und ich im Grunde schon berichten wollte, dass er stubenrein ist – fing er an, überall hin zu pischen. Und auch, so eklig das auch ist, sein großes Geschäft machte er fast nicht mehr draußen. Und das auch 6-7 Mal am Tag. Ich kenn mich jetzt gut aus mit Putzlappen, Desinfektionsmittel und weißem Essig.

Kann er das Futter nicht ab? Ist das alles zu aufregend für ihn? Verhungert er uns? Und warum zur Hölle dreht er immer so auf, als wenn er Energy im Trinknapf hat? Fragen über Fragen…..die wir nicht in den Griff bekommen haben.

Also rief ich mal die neuen Familien seiner Geschwister an. Und siehe da: Auch dort verlief es anders als geplant – nämlich fast genauso wie bei uns.

Ich setzte mich dann Abends einfach mal auf die Couch (während es endlich schlief….) und machte mir ein paar Notizen. Nichts, aber auch GAR NICHTS klappte so richtig wie vorgenommen. Ausser das mit dem totaaal entzückend aussehen. Das kann er immer noch großartig.

Nun war er ja auch noch (gewünscht) wirklich sehr jung, als er bei uns einzog. Und es ist Sommerzeit, was bedeutet, wir sind natürlich auch viel draußen. Dort sind bekanntlich unendlich viele neue Eindrücke. Angefangen beim Gassigehen (klappt ganz gut, Ausnahmen: „OH, guck mal, ein Blatt, eine Feder, eine Hummel….“) bis hin zum Erkunden des Gartens. Der ist ja nun nicht sooo klein und es ist für einen kleinen Hund natürlich total spannend und alles irgendwie neu. Ausserdem entdeckte er seinen Schatten (ja, wirklich, er spielt mit seinem Schatten)….dementsprechend schwierig war es, Gassi zu gehen. Und er verarbeitet viel, während er schläft.

Was wir allerdings nicht wussten war, dass ihm vielleicht sein Futter nicht bekommt. Maximal blöd, da Mann (Ich hatte es ihm gesagt!!) natürlich den 15 kg-Sack gekauft hat. Nun kam es, dass Peanut auch noch eine Zecke hatte (nicht ungewöhnlich bei tropischen Temperaturen). Diese Zecke hatte wohl irgendeine Behinderung. Jedenfalls wollte Mann sie entfernen, wie immer und bekannt, und sie riss einfach in der Mitte durch. War ja so richtig scheisse – also ab zur Tierärztin. O.k., da wurde auch gleich das Problem mit dem Futter angesprochen.

Nun ja – , was soll ich sagen, wir gewannen das ganze Programm. Vorsichtshalber Kotproben sammeln, anderes Futter (gut für den Magen-Darm-Trakt), Antibiotika wegen der herausoperierten Zecke und Anti-Durchfall-Mittel.

Hurra – er schläft nun durch. Herrlich. Und erschreckend, wie schnell man sich daran gewöhnt, nicht mehr durchzuschlafen.

Dummerweise lag seine Stuhlinkontinenz nicht am Futter – er hatte sich wohl einen Parasiti eingefangen. Passiert mal und relativ schnell bei einem Welpen. Also desinfizieren wir alle Schlafplätze, alle Plüschis, alle Näpfe, das Hundekind und uns. Und überhaupt alles. Kriegen wir schon in den Griff – ist ja so ein bisschen wie mit Läusen beim Kind. Auch nicht schön. Und immerhin kann er dann die restlichen 12 kg Futter noch auffressen.

Mittlerweile kann er wirklich gut auf seinen Namen hören. Ich hatte ja die Befürchtung, er weiß nicht, wer er ist. Immerhin jagt er seinen Schatten….

Er kommt angelaufen (echt jetzt!), wenn man seinen Namen ruft, kann „Sitz“, „Platz“ und auch „Bleib“ (für so ca. 5-7 m).

Es ist uuuuuunglaublich anstrengend, wieder bei Null anzufangen, macht aber auch total viel Spass! Gut – Mann ist ein bisschen sehr mies drauf, liegt wohl am mangelnden Schlaf (wobei – eigentlich schläft das Hundekind durch….hm). Er hält uns wirklich auf Trab und wir verlieben uns jeden Tag neu in dieses kleines Pelzgesicht.

Und das Wichtigste haben wir geschafft: Er hat uneingeschränktes Vertrauen zu uns. Und darauf sind wir echt stolz und sind uns sicher, dass das ein ganz toller großer Goldie wird. Irgendwann. Das dauert (hoffentlich) noch ein bisschen. Bis dahin genießen wir diese klitzekleinen Knopfaugen, die uns jeden Morgen wachstarren.

Und die Nummer mit der Fellbürste und dem Autofahren kriegen wir auch noch hin.

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