Abschied

Er war noch nicht alt. Und er war wunderschön.

 

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7,5 Jahre sind für einen Golden-Retriever kein Alter. Als Baby hatte er alles, was ein Hund kriegen kann. Angefangen mit Flöhen, über einen ganz fiesen Biss von einem anderen Hund. Und immer – IMMER – ist er derjenige gewesen, der in die Erdlöcher getreten ist. Und war dann sofort kaputt. Aber er hatte 1a Hüften. Keine Spur von ED, HD, Verschleißerscheinungen. Alles super.

Bis er anfing zu lahmen. Gut – kannten wir. Die gleiche Geschichte wie immer: Tierarzt, Tierklinik, Schmerztabletten. Er übergab sich – wir setzten die Schmerztabletten wieder ab. Kannten wir auch schon. Was wir nicht kannten war das Fieber. Also wieder Tierarzt. Fieber stieg. Wir sind dann sehr spät noch in den Notdienst der Tierklinik Norderstedt gefahren  (an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön). Er wurde komplett auf den Kopf gestellt – die Diagnose: Akute lymphatische Leukämie.

„Ihr Hund liegt im Sterben!“ – ein Satz, den niemand hören will. „Ich würde Ihnen nicht empfehlen, ihn wieder nach Hause zu bringen. Er wird diese Nacht nicht überleben!“  Wenn ich das hier so schreibe, summt es irgendwie immer noch in meinem Kopf.

Wir waren doch wegen seiner Lahmheit hier! Und wegen seiner Übelkeit!

Es gab kein Zurück. Er war wirklich sterbenskrank. Und soo unglaublich tapfer. Wir haben absolut nichts geahnt. Hätten wir früher etwas tun können? Nein. Blut untersuchen? Das war doch bisher immer in Ordnung. Er ging regelmässig zum Check-Up.

Also liessen wir ihn gehen. Unser Baby. Unser Boni. Immer unvergessen. Niemals ersetzbar. Der Seelenhund (was habe ich mich immer gegen das Wort gesträubt!!). Die Wohnung leer. Die Gedanken leer. Was jetzt? Ich wollte niemals wieder so etwas erleben. Er fehlt uns – immer noch. An jeder Ecke, jede Minute.

Nach einer ganzen Woche (!) beschlossen wir – so geht das nicht weiter. Es wird einen neuen Freund geben. Kein Ersatz. Kein „Vergleichshund“ – ein neuer bester Kumpel. Daher wird mein neuer Beitrag demnächst davon handeln, wie man (oder wir) „auf den Hund kommt“.

3 Gedanken zu “Abschied

  1. Toll, dass du darüber geschrieben hast. Ich darf noch gar nicht an solch einen Moment denken. Derzeit steht für uns aber fest, wir wollen dann erstmal keinen neuen Hund. Auf die Gesundheit!!!
    LG

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    • Liebe Anja…ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Nun war es bei Euch soweit. Wieso und warum werden wir sicherlich irgendwann erfahren. Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst. Es wird eine lange, LANGE Zeit dauern, bis Du das richtig verarbeitet hast. Und das verstehen auch nur „Hundemenschen“.
      Ich wünsche Dir auf alle Fälle ganz, ganz viel Kraft für die nächste Zeit. Alles wird irgendwann besser….irgendwann.
      Fühl Dich umarmt! Liebe Grüße aus Kiel!

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